Offener Chor- und Kulturworkshop 2008

 
Quelle: Bergische Morgenpost 28.04.2008
Hückeswagen (RP) Beim Chor- und Kulturtag konnten Interessierte in sieben Workshops hinein „schnuppern“. Zum zweiten Mal hatte der Stadtkulturverband zu dieser Aktion unter dem Motto „Mach Mit“ eingeladen.

Eher schuluntypische Geräusche waren es, die am Samstag aus einigen Klassenräumen der Realschule erklangen. „Viele Menschen singen und musizieren gern, trauen sich aber nicht, die Vereine in ihren regulären Probezeiten zu besuchen“, erläuterte Stefan Noppenberger mit. „Bei diesem Kulturtag haben alle Interessierten die Möglichkeit, in verschiedene Kultur- und Musikworkshops hinein zu schnuppern“, erklärte der Vorsitzende des Stadtkulturverbands das Ziel des siebenstündigen Angebots. Etwa 40 Besucher aus Hückeswagen, Radevormwald und Remscheid nutzten schließlich das Schnupperprogramm aus. Die Musikgruppen, Kirchenchöre und Kulturvereine fanden sich gern zur Ausrichtung der Workshops bereit. „Immerhin hoffen alle beteiligten Institutionen auf neue Mitglieder“, stellte Noppenberger klar.

Gut besucht war das Angebot „Rock- und Popchor“. Das einstudierte Stück von „Rockröhre“ Bryan Adams kam bei den Teilnehmern gut an. „Die einzelnen Stimmen werden passagenweise geübt, bis zum Schluss das Keyboard als Instrumentalbegleitung den Vortrag vervollständigt“, erläuterte Noppenberger, selbst Sänger bei Modern Generation, den Workshopablauf.

Petra Schulze kam der Chor- und Kulturtag in der Realschule sehr gelegen: „Aus beruflichen Gründen habe ich kaum die Gelegenheit, mich in ein Orchester einzubinden. Deshalb besuche ich diesen Workshop, um neue Kontakte zu schmieden und mit meinem Instrument in einer Gruppe zu spielen“, freute sich die Blockflötistin. Für Orchesterleiterin Szuszanna Schäffer war es nicht leicht, das unterschiedliche musikalische Können ihrer Musiker in den Salonstücken im Tango- und Ragtime-Stil zusammen zu bringen. „Ich habe extra Instrumentalstücke ausgewählt, die mit fast allen Instrumenten gespielt werden können, da wir im Vorfeld ja nicht wussten, welche Instrumente sich für den Workshop anmelden würden.“

Ein Kulturangebot der besonderen Art stellte Fredi K. Roß vom Verein für Bergische Zeitgeschichte (BZG) vor: Er zeigte uralte Kirchenschriften wie beispielsweise ein Rechnungsbuch von 1480, Geburtseintragungen und Ahnentafeln aus den Archiven der Evangelischen Kirchengemeinde, um die Workshopteilnehmer zur eigenen Ahnenforschung zu animieren. „Nicht nur Bäume haben Wurzeln“ hatte er seinen ganztägigen Arbeitskreis betitelt, in dem Roß auf die wichtige Bedeutung der persönlichen Herkunft hinwies. „Wenn Sie im Internet oder in alten Kircheneintragungen selbst über die Ahnen Ihrer Familie recherchieren möchten, unterstütze ich Sie gern“, bot der Familienforscher seine Hilfe an. Er zeigte anhand eindrucksvoller Familienstammbäume aus der Region auf, dass sich die Ahnenforschung teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.


Quelle: RGA vom 28.04.2008




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